Küche und Gastronomie

Die Verbindung von Küche und Wein ist weit mehr als eine bloße Begleitung von Getränk und Speise. Sie ist eine Kunstform, die auf wissenschaftlichen Prinzipien beruht, regionale Traditionen widerspiegelt und den Genuss eines Essens auf ein neues Niveau heben kann. Ob bei der Planung eines festlichen Menüs, beim täglichen Kochen oder beim ungezwungenen Abendessen mit Freunden – das Verständnis der grundlegenden Zusammenhänge zwischen Aromen, Texturen und Geschmackskomponenten eröffnet eine faszinierende Welt kulinarischer Möglichkeiten.

Dieser umfassende Überblick führt Sie durch die zentralen Themenbereiche der gastronomischen Weinkultur: von den Grundprinzipien der Harmonie über klassische deutsche Paarungen bis hin zu modernen alkoholfreien Alternativen. Sie erfahren, wie Wein nicht nur als Begleiter, sondern auch als Zutat in der Küche eingesetzt wird, welche Rolle Geschmackskomponenten wie Säure, Süße und Tannine spielen und wie Sie als Gastgeber ein unvergessliches Erlebnis schaffen. Dabei liegt der Fokus stets darauf, Ihnen das nötige Wissen zu vermitteln, um eigene, selbstbewusste Entscheidungen treffen zu können.

Die Grundlagen der Wein-Speisen-Harmonie

Das Fundament jeder gelungenen Kombination von Wein und Essen bildet das Verständnis grundlegender Prinzipien. Diese Harmonielehre ist keine starre Regelsammlung, sondern ein flexibles System, das auf der Interaktion von Aromen, Texturen und Geschmacksrichtungen beruht.

Kontrast oder Harmonie: zwei Wege zum Genuss

Beim Pairing stehen zwei fundamentale Ansätze zur Verfügung: die harmonische Ergänzung oder der bewusste Kontrast. Harmonische Paarungen suchen Gemeinsamkeiten – ein erdiger Spätburgunder zu Pilzgerichten etwa verstärkt die gemeinsamen Aromen. Kontrastreiche Kombinationen setzen auf Spannung: Ein süßer Riesling kann scharfe asiatische Gerichte ausbalancieren, indem die Restsüße als Puffer gegen die Schärfe wirkt.

Die Dominanz der Sauce verstehen

Ein häufiger Fehler beim Pairing ist die ausschließliche Fokussierung auf die Hauptzutat. Tatsächlich bestimmt oft die Sauce den Charakter eines Gerichts. Ein Kalbsschnitzel mit Sahnerahmsauce verlangt nach einem anderen Wein als dasselbe Fleisch mit einer säurebetonten Tomatensauce. Die Sauce liefert nicht nur Feuchtigkeit, sondern prägt Geschmacksrichtung, Intensität und Textur des Gesamtgerichts maßgeblich.

Regionale Identität nutzen

Die alte Weisheit „Was zusammen wächst, passt zusammen“ hat ihre Berechtigung. Regionale Küchen haben sich über Jahrhunderte parallel zu lokalen Weintraditionen entwickelt. Ein badischer Gutedel harmoniert natürlich mit Spargel aus der Region, ein fränkischer Silvaner zu Bratwurst und Sauerkraut. Diese gewachsenen Kombinationen bieten einen sicheren Ausgangspunkt für eigene Experimente.

Wein in der deutschen Küche: klassische Paarungen

Die deutsche Küche mit ihrer regionalen Vielfalt bietet zahlreiche traditionsreiche Kombinationen, die das gastronomische Erbe widerspiegeln. Diese bewährten Paarungen sind nicht nur historisch gewachsen, sondern auch geschmacklich fundiert.

Spargelzeit und ihre weinkulinarischen Rituale

Von April bis Juni bestimmt der Spargel die deutschen Speisekarten. Der klassische Spargelwein ist ein frischer, säurebetonter Weißwein wie Riesling, Silvaner oder Müller-Thurgau. Die mineralische Komponente dieser Weine ergänzt die feine Bitterkeit des Spargels, während die Säure die oft buttrigen Saucen ausbalanciert. Ein feinherber Riesling kann zudem die leichte Süße von weißem Spargel aufgreifen.

Wildgerichte und Spätburgunder: die perfekte Verbindung

Wenn im Herbst Wildsaison herrscht, kommt der Spätburgunder zu seiner Hochform. Die Tannine des Rotweins verbinden sich mit den Proteinen des Wildfleischs und mildern sich gegenseitig ab. Gleichzeitig ergänzen die erdigen, manchmal leicht animalischen Noten eines gereiften Spätburgunders die kräftigen Aromen von Reh, Hirsch oder Wildschwein. Die mittlere Struktur des Spätburgunders wird dabei nicht von den intensiven Wildgerichten überdeckt.

Zwiebelkuchen und Neuer Wein: Herbsttradition

Diese Kombination ist tief in der deutschen Weinkultur verwurzelt. Der Neue Wein (Federweißer), noch in der Gärung begriffen, bringt eine leichte Süße, lebendige Kohlensäure und geringe Alkoholwerte mit. Diese Eigenschaften balancieren die Süße der karamellisierten Zwiebeln und die Herzhaftigkeit des Specks im Zwiebelkuchen perfekt aus. Ein kulinarisches Ritual, das den Übergang vom Sommer zum Herbst markiert.

Kochen und Verfeinern mit Wein

Wein ist nicht nur Begleiter, sondern auch eine vielseitige Zutat, die Gerichten Tiefe, Komplexität und Eleganz verleiht. Das Kochen mit Wein erfordert Verständnis für chemische Prozesse und den richtigen Einsatzzeitpunkt.

Ablöschen und Reduzieren: Grundtechniken

Das Ablöschen von Bratensatz mit Wein ist eine fundamentale Technik der gehobenen Küche. Der Wein löst die karamellisierten Röstaromen vom Pfannenboden und integriert sie in die Sauce. Beim anschließenden Reduzieren verdampft der Alkohol, während Aromen konzentriert werden. Eine Faustregel: Verwenden Sie nur Wein, den Sie auch trinken würden – Kochfehler lassen sich durch minderwertigen Wein nicht kompensieren.

Marinieren für Zartheit und Geschmack

Wein als Marinade erfüllt zwei Funktionen: Die Säure macht Fleischfasern mürber, während Aromen in das Fleisch eindringen. Rotwein eignet sich für kräftiges Fleisch wie Rind oder Lamm, Weißwein für Geflügel und Fisch. Wichtig ist die Marinierzeit: 2 bis 12 Stunden sind ideal, längere Zeiten können das Fleisch austrocknen oder den Weingeschmack zu dominant werden lassen.

Weißwein im Risotto: Säure und Aromenschub

Der Zusatz von trockenem Weißwein zum Risotto, kurz nachdem der Reis angeschwitzt wurde, ist unverzichtbar. Der Wein liefert Säure, die die Cremigkeit des Gerichts ausbalanciert, und fügt eine aromatische Komponente hinzu, die besonders bei Meeresfrüchte-Risotto oder Pilz-Risotto zur Geltung kommt. Der Alkohol muss vollständig verdampfen, bevor die Brühe hinzugefügt wird.

Die Wissenschaft des Pairings: Geschmackskomponenten verstehen

Hinter erfolgreichen Wein-Speisen-Kombinationen stehen messbare Interaktionen zwischen Geschmackskomponenten. Das Verständnis dieser Prinzipien ermöglicht bewusstes, erfolgreiches Pairing jenseits auswendig gelernter Regeln.

Fett und Säure: die fundamentale Balance

Säure im Wein wirkt wie ein Reinigungsmittel für den Gaumen bei fettreichen Speisen. Ein klassisches Beispiel ist Champagner zu frittierten Austern oder ein säurebetonter Riesling zu Schweinshaxe mit knuspriger Schwarte. Die Säure schneidet durch das Fett, erfrischt den Gaumen und bereitet ihn auf den nächsten Bissen vor. Ohne ausreichende Säure würde der Wein bei fettreichen Gerichten flach und langweilig wirken.

Salz und Süße: gegenseitige Verstärkung

Salz im Essen kann Restsüße im Wein betonen und umgekehrt. Ein feinherber Riesling zu salzigen Speisen wie Räucherfisch oder Hartkäse erscheint süßer, als er tatsächlich ist. Dieses Wissen hilft, die richtige Balance zu finden: Zu salzige Speisen können trockene Weine bitter erscheinen lassen, während ein Hauch Süße im Wein harmonisierend wirkt.

Tannine und Proteine: chemische Verbindung

Tannine sind Gerbstoffe, die vor allem in Rotwein vorkommen und ein pelziges, trockenes Mundgefühl erzeugen. Sie reagieren mit Proteinen im Speichel und in der Nahrung, wodurch beide Komponenten sich gegenseitig mildern. Deshalb harmoniert ein tanninreicher Cabernet Sauvignon hervorragend mit einem Steak: Das Fleischprotein bindet die Tannine und macht den Wein weicher, während die Tannine die Üppigkeit des Fleisches ausbalancieren. Fisch hingegen enthält zu wenig Protein für diese Reaktion, weshalb tanninreiche Rotweine zu Fisch oft unangenehm metallisch schmecken.

Schärfe und Alkohol: eine problematische Kombination

Capsaicin, der Stoff, der Chili scharf macht, wird durch Alkohol verstärkt. Ein hochprozentiger Rotwein zu einem scharfen Curry verstärkt das Brennen, anstatt es zu mildern. Besser geeignet sind Weine mit niedrigerem Alkoholgehalt, Restsüße und Frische, wie ein feinherber Riesling oder ein Gewürztraminer. Die Süße wirkt als Puffer gegen die Schärfe, während die Säure den Gaumen erfrischt.

Umami: die fünfte Geschmacksrichtung

Umami, der herzhafte Geschmack in Parmesan, Tomaten, Pilzen oder Sojasauce, stellt eine besondere Herausforderung dar. Junge, tanninreiche Weine können bei umamireichem Essen bitter wirken. Besser geeignet sind gereifte Weine mit weicheren Tanninen oder umamireiche Weine selbst – etwa solche, die auf der Hefe gelagert wurden. Ein gereifter Spätburgunder oder ein Champagner harmoniert deshalb ausgezeichnet mit Pilzgerichten oder gereiftem Käse.

Riesling: der vielseitige Begleiter der deutschen Küche

Keine andere Rebsorte ist so eng mit der deutschen Weinkultur verbunden wie der Riesling. Seine Vielseitigkeit macht ihn zum universellen Speisebegleiter, der von trocken bis edelsüß, von jung bis gereift zahlreiche Facetten zeigt.

Warum Riesling so universell einsetzbar ist

Die Stärke des Rieslings liegt in seiner markanten Säurestruktur, die als Rückgrat für verschiedenste Stilrichtungen dient. Diese Säure macht ihn zu fettreichen Speisen ebenso geeignet wie zu leichten Fischgerichten. Die ausgeprägte Fruchtigkeit – von Pfirsich über Apfel bis zu exotischen Früchten – bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für Aromen in Speisen. Zudem kann Riesling in allen Geschmacksrichtungen von knochentrocken bis edelsüß vinifiziert werden, was sein Einsatzspektrum enorm erweitert.

Feinherber Riesling als Joker

Die feinherbe Variante (mit leichter Restsüße zwischen trocken und halbtrocken) ist besonders vielseitig. Sie verbindet erfrischende Säure mit einem Hauch Süße, der als Puffer bei schwierigen Pairings dient. Dieser Stil funktioniert hervorragend bei asiatischer Küche, würzigen Gerichten, aber auch bei klassischen deutschen Speisen wie Schweinebraten. Für Gastgeber, die einen Wein für das gesamte Menü suchen, ist ein feinherber Riesling oft die sicherste Wahl.

Überraschende Kombinationen: Riesling zu Sushi

Die Kombination von trockenem Riesling und Sushi mag zunächst unkonventionell erscheinen, ist aber geschmacklich brillant. Die Säure des Rieslings harmoniert mit dem Reisessig im Sushi-Reis, die mineralischen Noten ergänzen die Meerigkeit von rohem Fisch, und die Frische des Weins hält mit Wasabi und eingelegtem Ingwer mit. Ein Riesling bietet zudem mehr Struktur als ein Sake, ohne die Delikatesse des Fischs zu überdecken.

Genuss ohne Alkohol: Alternativen für jeden Anlass

Der bewusste Verzicht auf Alkohol ist längst kein Nischenthema mehr. Hochwertige alkoholfreie Alternativen ermöglichen kulinarischen Genuss ohne Promille und verdienen dieselbe Aufmerksamkeit wie ihre alkoholhaltigen Pendants.

Alkoholfreier Wein: Herstellung und Qualität

Moderner alkoholfreier Wein wird meist durch Vakuumdestillation hergestellt, bei der der Alkohol bei niedrigen Temperaturen entzogen wird, um Aromen zu erhalten. Die Herausforderung liegt im fehlenden Geschmacksträger Alkohol, der nicht nur für Volumen im Mund sorgt, sondern auch Aromen transportiert. Hochwertige alkoholfreie Weine kompensieren dies durch intensivere Frucht und manchmal leichte Restsüße. Rechtlich dürfen Weine in Deutschland als „alkoholfrei“ bezeichnet werden, wenn sie maximal 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten.

Säfte vom Winzer: Traubenqualität zählt

Winzer, die hochwertige Säfte produzieren, verwenden dieselben Trauben wie für ihre Weine. Ein Merlot-Saft oder Spätburgunder-Saft bietet intensive Fruchtaromen ohne Alkohol und kann bei Tisch als eigenständiges Getränk mit Speisen kombiniert werden. Diese Säfte sind deutlich komplexer als industriell hergestellte Traubensäfte und bieten eine echte Alternative für Kinder, Schwangere oder Menschen, die bewusst auf Alkohol verzichten.

Verjus: der Säurekick aus unreifen Trauben

Verjus, der Saft unreifer Trauben, erlebt eine Renaissance. Mit seinem säuerlichen, leicht herben Profil ähnelt er einem sehr trockenen Weißwein ohne Alkohol. Verjus kann pur getrunken, als Basis für Cocktails verwendet oder in der Küche als Säuregeber eingesetzt werden. In Salatdressings ersetzt er Essig mit eleganteren Noten, in Saucen kann er Weißwein ersetzen.

Die perfekte Schorle: Verhältnis und Temperatur

Die Weinschorle ist ein unterschätztes Getränk, das bei richtiger Zubereitung Eleganz und Erfrischung vereint. Das ideale Verhältnis liegt bei 1:1 bis 2:1 (Wein zu Wasser), abhängig vom Weinstil und der Situation. Verwenden Sie gekühltes, stilles oder sprudelndes Mineralwasser mit neutralem Geschmack. Eine gut gemachte Riesling-Schorle bei 8-10 Grad Celsius ist an heißen Sommertagen unübertroffen und reduziert zugleich die Alkoholaufnahme.

Wasser: der unterschätzte Begleiter am Tisch

Wasser ist mehr als ein neutraler Durstlöscher. Die Wahl des richtigen Wassers, seine Temperatur und Mineralisierung beeinflussen die Wahrnehmung von Wein und Speisen erheblich.

Mineralisierung und Geschmacksinteraktion

Die Mineralstoffzusammensetzung von Wasser variiert erheblich. Wasser mit hohem Calciumgehalt kann tanninreiche Weine bitterer erscheinen lassen, während natriumreiches Wasser die Salzwahrnehmung in Speisen verstärkt. Für den Weingenuss empfiehlt sich ein mineralstoffarmes, neutrales Wasser, das den Gaumen zwischen den Schlucken reinigt, ohne selbst geschmacklich zu dominieren.

Kohlensäure und Tannin: eine kritische Beziehung

Stark kohlensäurehaltiges Wasser kann die Wahrnehmung von Tanninen in Rotwein verstärken und ein unangenehm pelziges Mundgefühl erzeugen. Bei tanninreichen Weinen ist stilles oder Medium-Wasser die bessere Wahl. Zu Weißwein und Champagner hingegen kann Kohlensäure die Frische betonen und harmonisch wirken.

Die Etikette in der Gastronomie

In Deutschland ist die kostenlose Bereitstellung von Leitungswasser in der Gastronomie nicht verpflichtend, anders als in einigen anderen europäischen Ländern. Dennoch bieten zunehmend Restaurants „Leitungswasser“ oder „Tafelwasser“ an, manchmal kostenfrei, häufiger gegen eine geringe Gebühr. Hochwertige Restaurants investieren in Aufbereitungsanlagen, die Leitungswasser filtern, kühlen und mit Kohlensäure versetzen können. Das Bestellen von Wasser ist nie unhöflich – im Gegenteil, es zeigt Verantwortungsbewusstsein, besonders wenn Alkohol getrunken wird.

Perfekte Planung für Gastgeber: das Menü gekonnt begleiten

Als Gastgeber ein stimmiges Wein- und Getränkekonzept zu präsentieren, erfordert strategische Planung. Dabei geht es nicht nur um die Auswahl der Weine, sondern auch um Mengen, Reihenfolge und den Umgang mit unterschiedlichen Gästewünschen.

Die richtige Mengenplanung pro Kopf

Für ein mehrgängiges Menü kalkulieren Sie mit 0,5 bis 0,75 Liter Wein pro Person über den gesamten Abend. Dies entspricht etwa einem Glas (0,1-0,15 Liter) pro Gang bei einem Fünf-Gänge-Menü. Berücksichtigen Sie zusätzlich Aperitif und Digestif. Beim Wasser sollten Sie mindestens 0,5 Liter pro Person und Stunde einplanen, mehr im Sommer oder wenn viel Alkohol serviert wird. Es ist besser, etwas zu viel als zu wenig bereitzustellen – übrig gebliebene, verschlossene Flaschen lassen sich aufbewahren.

Die Reihenfolge im Menü: eine klassische Dramaturgie

Die traditionelle Servierreihenfolge folgt einer steigenden Intensität: leicht vor schwer, weiß vor rot, jung vor alt, trocken vor süß. Diese Regel verhindert, dass ein kräftiger Wein einen nachfolgenden zarteren Wein erschlägt. Ein typisches Menü beginnt mit Champagner oder Sekt zum Aperitif, geht über zu leichtem Weißwein bei Vorspeise, mittlerem Weißwein oder leichtem Rotwein zum Fisch, kräftigem Rotwein zum Hauptgang und endet mit einem Süßwein zum Dessert. Diese Dramaturgie ist bewährt, darf aber kreativ durchbrochen werden, wenn die Speisen es erfordern.

Aperitif-Kultur: der gelungene Auftakt

Der Aperitif erfüllt mehrere Funktionen: Er begrüßt die Gäste, regt den Appetit an und stimmt auf das Kommende ein. In Deutschland sind Sekt, Prosecco oder Champagner klassisch, aber auch ein leichter Weißwein oder ein Cocktail eignen sich. Vermeiden Sie zu süße oder zu alkoholstarke Getränke, die den Gaumen abstumpfen. Ein trockener Riesling-Sekt oder ein Crémant sind elegante Optionen, die die Vorfreude steigern ohne zu sättigen.

Umgang mit Nicht-Trinkern: Gleichwertigkeit schaffen

Nicht alle Gäste trinken Alkohol – aus gesundheitlichen, religiösen oder persönlichen Gründen. Als aufmerksamer Gastgeber bieten Sie hochwertige alkoholfreie Alternativen an, die nicht wie ein Kompromiss wirken. Neben alkoholfreiem Wein oder Sekt eignen sich hochwertige Säfte, Verjus-Schorlen oder alkoholfreie Cocktails. Wichtig ist, diese Optionen mit derselben Aufmerksamkeit zu präsentieren wie die alkoholhaltigen Getränke und nicht beiläufig „nur Wasser?“ anzubieten. Ein durchdachtes alkoholfreies Pairing kann ebenso beeindruckend sein wie die Weinauswahl.

Die Welt von Küche und Gastronomie im Zusammenspiel mit Wein und Getränken ist faszinierend vielschichtig. Von den chemischen Grundlagen der Geschmacksinteraktion über traditionsreiche Paarungen bis hin zu modernen alkoholfreien Alternativen – jedes dieser Themen bietet Raum für Vertiefung und Entdeckung. Das hier vermittelte Grundwissen ermöglicht es Ihnen, bewusste Entscheidungen zu treffen, eigene Experimente zu wagen und als Gastgeber wie als Gast souverän aufzutreten. Der Genuss entsteht nicht durch starre Regeln, sondern durch Verständnis, Neugier und die Freude am Ausprobieren.

Leitungswasser im Restaurant: Darf der Wirt Geld dafür verlangen?

Die Debatte um kostenpflichtiges Leitungswasser hat nichts mit Geiz zu tun, sondern mit der Überlebensgrundlage jedes Restaurants: der Mischkalkulation. Das Servieren von Wasser ist eine Dienstleistung mit realen Kosten (Personal, Gläser, Reinigung), die über den reinen Warenwert hinausgehen. Getränke mit…

Weiter Lesen

Classic, Medium oder Still: Welches Wasser ruiniert Ihren Rotwein?

Zusammenfassend: Stark sprudelndes Wasser (Classic) reagiert mit den Tanninen im Rotwein und macht ihn bitter und metallisch. Wasser mit hohem Natrium- oder Mineralgehalt (besonders Heilwasser) besitzt einen starken Eigengeschmack, der den Wein überdeckt. Für die meisten Weine ist stilles oder…

Weiter Lesen

Cold Brew Eistee: Wie du bittere Noten vermeidest und Zucker sparst

Zusammenfassend: Cold Brew löst durch kaltes Wasser süssliche Aminosäuren statt bitterer Tannine und Koffein. Kräftiger Schwarztee (Assam) mit seiner Tanninstruktur passt perfekt zu fettigem Steak, leichter Grüntee (Sencha) zu Gemüse. Tee-Eiswürfel, idealerweise aus einem Teekonzentrat, verhindern das Verwässern und intensivieren…

Weiter Lesen

Kräutertee statt Schnaps: Welche Infusion hilft wirklich nach einem schweren Essen?

Ein Kräuteraufguss nach dem Essen ist weit mehr als nur heisses Wasser mit Geschmack; er ist ein kultivierter Genussmoment, dessen Wirksamkeit von präzisen Details abhängt. Die Wahl zwischen frischen Kräutern und Teebeuteln beeinflusst direkt die Konzentration an wirksamen ätherischen Ölen….

Weiter Lesen

Traubensaft vom Winzer: Warum er nichts mit dem Saft aus dem Tetrapack zu tun hat

Traubensaft vom Winzer ist kein Getränk, sondern ein flüssiger, terroirgeprägter Ausdruck der Traube, der die Komplexität von Wein ohne Alkohol in die Küche bringt. Er unterscheidet sich durch sortenreine Abfüllung, die den einzigartigen Charakter von Rebsorten wie Muskateller oder Riesling…

Weiter Lesen

Schmeckt alkoholfreier Wein mittlerweile oder ist es nur teurer Traubensaft?

Alkoholfreier Wein ist weit mehr als nur Traubensaft: Er ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses, der darauf abzielt, das volle Weinerlebnis ohne Alkohol zu rekonstruieren. Moderne Verfahren wie die Vakuumdestillation erhalten die feinen Aromen des Weins, die bei älteren Methoden…

Weiter Lesen

Warum macht Rotwein den Mund pelzig und warum passt das perfekt zum Steak?

Das pelzige Gefühl durch Tannine ist kein Weinfehler, sondern ein Qualitätsmerkmal, das die Struktur und das Mundgefühl eines Weins definiert. Tannine binden Proteine, was den Mund austrocknet, aber auch ein fettreiches Steak perfekt ausbalanciert und es zarter schmecken lässt. Durch…

Weiter Lesen

Trocken, halbtrocken oder lieblich: Welcher Zuckergehalt passt zu welchem Esstyp?

Die verbreitete Annahme, dass trockener Wein immer die kalorienärmere und „gesündere“ Wahl ist, ist ein Trugschluss. Der entscheidende Faktor für den Kaloriengehalt ist primär der Alkohol, nicht der Restzucker. Ein Gramm Alkohol hat fast doppelt so viele Kalorien wie ein…

Weiter Lesen

Säure im Wein: Feind des Magens oder Freund des Geschmacks?

Die landläufige Meinung, bei Sodbrennen säurearme Weine zu trinken, ist ein Trugschluss, der Genuss verhindert. Der wahre Schlüssel liegt im intelligenten Management von Säure. Bestimmte Lebensmittel wie Käse, Brot oder Sahne wirken als „Puffer“ und können die Wirkung der Weinsäure…

Weiter Lesen

Warum passt Riesling zu fast allem, von Sushi bis Sauerkraut?

Riesling ist das kulinarische Chamäleon unter den Weinen: Seine einzigartige Balance aus Säure, Restzucker und niedrigem Alkohol macht ihn zum einzigen Wein, den Sie für ein ganzes Menü benötigen. Die knackige Säure durchschneidet mühelos Fett und erfrischt den Gaumen bei…

Weiter Lesen